Zur Archivtagung am letzten Wochenende im Oktober wird wieder eine neue Ausstellung in den Räumen des Archives eröffnet. Zum einen bekommen die Präsentationen zur Geschichte der Jugendbewegung und zur Jugendburg Ludwigstein ein frisches Erscheinungsbild. Zum anderen wird das Tagungsthema "Historisierung und Selbsthistorisierung nach 1945" aufgegriffen, u. a. mit Grafiken aus dem Nachlass von Erich Zimmer (1908 - 2001). "Aufwachen" heißt diese Arbeit aus dem Jahr 1950. Anmeldungen zur Archivtagung werden gern per E-Mail entgegen genommen.

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Durch den langen Gang schlendern, Gemälde betrachten, in Antiquariatskisten stöbern, den "Geruch" des Archivs einatmen - im Archiv der deutschen Jugendbewegung kann man sich bei einem Besuch vergnügen. Aber man kann selbstverständlich auch viel lernen, so wie die Studierenden der Archivschule Marburg, die das AdJb kürzlich aufsuchten und letztlich alle Aspekte wahrnahmen: Burggeschichte, Jugendbewegung in ihren historischen Facetten, wissenschaftliche Erschließung und Auswertung, Digitalisierungsprojekte, Verwahrung und Magazinierung - als Baustein in der Ausbildung zukünftiger ArchivarInnen ist das Ludwigsteiner Archiv auch künftig fest eingeplant.

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Ein breites thematisches Spektrum decken die Ausstellungen ab, die derzeit unter Beteiligung des Archivs der deutschen Jugendbewegung gezeigt werden. Das Bröhan Museum für Jugendstil in Berlin-Charlottenburg widmet sich dem "Kuss. Von Rodin bis Bob Dylan" - ein Sujet, das auch Hugo Höppener-Fidus gemalt hat. Das Käthe-Kollwitz-Museum thematisiert den Freundeskreis der Künstlerin, zu dem u. a. der Reformpädagoge Fritz Klatt gehörte. In Eisenach ist die Ausstellung "Wanderlust - oder die Sehnsucht nach dem Paradies" im Stadtschloss zu sehen. - Die Ausstellungen zeigen die Weite der Ludwigsteiner Sammlungen und sind noch den Sommer über geöffnet.

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Tonband, Schallplatte, Musikkassette - in den meisten Privathaushalten haben die Abspielgeräte für diese Dinosaurier der Tonspeicherung längst ausgedient. Zu groß sind die Vorzüge digitaler Audiotechnik, sodass die Speicher- und Nutzungsmedien dafür beständig weiterentwickelt werden. Für Archive wie mit ihren Tonträgersammlungen bedeutet das zweierlei: zum einen sind die meisten Trägermaterialien nicht "für die Ewigkeit" gemacht, d. h. es drohen durch die Alterungsprozesse erhebliche Informationsverluste. Zum anderen muss den veränderten Hörgewohnheiten Rechnung getragen werden. Mit einem innovativen, gleichwohl einfachen Verfahren wurden im Archiv der deutschen Jugendbewegung nun Digitalisierungs-workflows für Schallplatten und Tonbänder eingerichtet, mit denen Archivarin Birgit Richter den Bestand sukzessive fit für das 21. Jahrhundert macht. Inzwischen sind so bereits mehr als 40 Tonbänder bequem im Archiv nachzuhören.

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Heimat, Volk, Vaterland, Deutschtum – in diesen Kategorien entfaltete sich das publizistische und bündisch-politische Wirken von Wilhelm Kotzde-Kottenrodt (1878–1948), der u. a. mit der Gründung des „Bund der Adler und Falken“ viel Einfluss auf die Jugendbewegung der Weimarer Republik gewann. Die Entwicklung seines völkischen Denkens im Spiegel der überwiegend historischen Romane und Erzählungen lässt sich seit kurzem im Archiv der deutschen Jugendbewegung genau nachvollziehen. Die von dem Enkel Ulf Kottenrodt überbrachte Nachlass-Ergänzung, die v. a. Vorarbeiten zu den Publikationen enthält, hat Archivarin Birgit Richter in 270 Nummern erschlossen (AdJb, N 207).

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Ob Ordnermechanik, Büroklammer oder Heftstreifen – in Papierunterlagen, die zu Archivgut werden sollen, haben solche Materialien nichts zu suchen. Nach der Übernahme in das Archiv werden die wertvollen Akten und Nachlässe darum gereinigt und akribisch von verklebenden Kunststoffen und rostendem Metall befreit. Kanzleibögen, säurefreie Mappen und spezielle Archivkartons gewährleisten dann die dauerhafte Aufbewahrung. Die so vorbereiteten Unterlagen werden anschließend in einer Datenbank erschlossen und stehen damit für die Nutzung zur Verfügung. Auch bei den für die Bestandserhaltung so wichtigen Tätigkeiten sind Archivhelfer immer gefragt.

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Ein großer runder Tisch für die 15 NachwuchswissenschaftlerInnen verschiedener Disziplinen und ein Programm, das jeweils gleiche Anteile für Vortrag und Diskussion vorsieht - mit diesem Konzept hat sich der Workshop Jugendbewegungsforschung auf Burg Ludwigstein in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Bereits zum fünften Mal fand er in dieser Woche statt, unterstützt von der hiesigen Bildungsstätte und dem Archiv der deutschen Jugendbewegung, organisiert von Frauke Schneemann (Göttingen) und Anne-Christine Hamel (Leipzig). Zum Auftakt diskutierte der Marburger Kulturwissenschaftler (und Mitglied des wissenschaftlichen Archivbeirats) Prof. Dr. Karl Braun anhand eines kritischen Rückblicks auf "Autorität und Sexualmoral in der Jugendbewegung" (1936) von Franz Borkenau Grundfragen der Jugendgeschichte des 20. Jahrhunderts (Foto: Weibliche und männliche Mitglieder des von Borkenau kritisierten Bundes Deutscher Wanderer beim Meißnertag 1913).

 

 

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In der kommenden Saison geht das Archiv der deutschen Jugendbewegung noch weiter auf seine Gäste zu, von denen die Meisten recht weite Anfahrten haben. Von März bis Oktober ist das Archiv in der Regel am 3. Samstag eines Monats von 9 - 15 Uhr geöffnet. Angemeldete Nutzer können dann vorbestellte Archivalien im Lesesaal einsehen. Die Ausstellungen stehen zur Besichtigung offen und auf Anfrage (mindestens vier Wochen vorher) können Archivführungen in Anspruch genommen werden.

Die Termine 2017 sind: 18.03., 22.04., 20.05., 17.06., 15.07., 19.08., 16.09., 21.10. Herzlich willkommen!

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Im zurückliegenden Jahr zählte das Archiv der deutschen Jugendbewegung rund 1.280 Besucherinnen und Besucher. Was die Statistik 2016 noch verrät: es wurden 294 schriftliche Auskünfte erteilt (2015: 284), 1.088 Fotoaufträge bearbeitet (2015: 627) und 122 Benutzer hielten sich an 281 Tagen im Lesesaal des Archivs (2015: 131 B. / 249 T.) auf.

Unter den Besuchern sind thematisch orientierte Archivnutzer und Seminarteilnehmer, aber auch viele, die "einfach so" mal reinschauen, sich für die Ausstellungen interessieren oder neugierig im Antiquariat stöbern. Dazu kommen angemeldete Besuchergruppen (2016: 25), die sich bei einer Führung über Geschichte und Geschichten der Jugendbewegung und des Archivs informieren. Gerade wegen des anhaltenden Besucherinteresses gilt es, die Angebote dafür noch auszubauen - so eines der Ziele, das sich das Archiv-Team für 2017 vorgenommen hat. - Das Foto hat Birgit Richter bei der Ausstellungseröffnung am 21.10.2016 aufgenommen.

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Nach fünf Jahren Bearbeitungszeit konnte die Erschließung des wertvollen Nachlasses von Karl Wilhelm Diefenbach (1851-1913) abgeschlossen werden. Mit über 700 Verzeichnungseinheiten ist der Bestand nun archivgerecht in 95 säurefreien Archivkartons verpackt. Die großformatigen Gemälde Diefenbachs und seines Schwiegersohnes Paul von Spaun lagern liegend in speziellen Regalen. Archivarin Elke Hack veröffentlichte die Detailinformationen zum viel gefragten Bestand N 151 in der Online-Datenbank ArcInSys.
Karl Wilhelm Diefenbach war Pionier der FKK-Bewegung, strenger Vegetarier und Pazifist. In seinen Kunstwerken, und nicht zuletzt durch öffentliche Vorträge, versuchte er die spießige Gesellschaft der Jahrhundertwende aufzurütteln. Namhafte Anhänger in seinen Kommunen waren z. B. der Künstler Hugo Höppener-Fidus (1868-1948) und der Lebensreformer Gusto Gräser (1879-1958). - Das Foto aus dem Jahr 1892 zeigt Diefenbach mit seinen Kindern Helios, Stella und Lucidus.

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Zusammen mit 11 weiteren Institutionen beteiligt sich das Archiv der deutschen Jugendbewegung am "Notfallverbund Kassel und Nordhessen", um die unersetzlichen Schätze des Archivs zu schützen. Trotz größter Sorgfalt sind diese nicht vor Gefahren gefeit. Um im Ernstfall schnell und effizient fachlich kompetente Hilfe zu erhalten, haben sich Vertreterinnen und Vertreter von zwölf kulturellen Institutionen zu einem leistungsstarken Netzwerk für den Kulturgutschutz in der Region zusammengeschlossen und am Freitag, 11. November 2016 eine Vereinbarung zur Gründung des „Notfallverbundes Kassel und Nordhessen“ unterzeichnet. Dieser regelt die zur Schadensprävention und Bergung von Kulturgütern im Not- oder Katastrophenfall notwendigen Maßnahmen und schließt so eine Lücke im allgemeinen Kulturgut- und Katastrophenschutz.

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Nur 16 Kilometer von der Burg Ludwigstein entfernt liegt das Grenzdurchgangslager Friedland - ein Ort, an dem sich der Umgang mit Geflüchteten, Vertriebenen, Heimkehrenden, Asylsuchenden und anderen Migrantengruppen über fast 70 Jahre bundesrepublikanischer Geschichte studieren lässt. In dem alten Bahnhofsgebäude, wo viele Geschichten vom Ankommen und Weitergehen ihren Ausgangspunkt nahmen, wurde vor einigen Monaten ein aufwändig gestaltetes Museum eingerichtet. Mit allen verfügbaren Methoden der digitalen Präsentation visueller, audiovisueller und schriftlicher Quellen werden den Besuchern Wissen um die historischen Zusammenhänge und emotionale Eindrücke von den Lebenswegen der Menschen "auf dem Weg" vermittelt. - Im Rahmen einer Exkursion besuchten die Mitarbeiterinnen des Archivs der deutschen Jugendbewegung das beeindruckende Museum, das demnächst noch erweitert werden soll.

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November 2016

Achtung - Aufnahme!


Im Mai 1944 wurde ein letzter Jugendspielfilm des "Dritten Reiches" uraufgeführt: der Film "Junge Adler" nach einem Drehbuch von Herbert Reinecker und Alfred Weidenmann. Als Hauptdarsteller waren daran u. a. Dietmar Schönherr, Hardy Krüger und Gunnar Möller beteiligt. Im Mittelpunkt des Films stehen die Lehrlinge einer Flugzeugfabrik, die während der Arbeit und in ihrer Freizeit zu einer "Gemeinschaft" zusammen-wachsen. Es geht um den Traum vom Fliegen, mindestens ebenso aber um die Opferbereitschaft der Jungen - subtile Propaganda für das NS-Regime, die den realen Kriegsalltag ganz ausblendet. - Ein besonderes Dokument zu diesem Film ist jetzt dank der Vermittlung durch Prof. Dr. Jürgen Reulecke, finanziert von der Stiftung Dokumentation der Jugendbewegung, in den Besitz des Archivs der deutschen Jugendbewegung gelangt: ein 1945 entstandenes gebundenes Buchmanuskript von Dietmar Schönherr (1926 - 2014), in dem er die Dreharbeiten aus seiner jugendlichen Sicht schildert. Nähere Erläuterungen zu dem Buch aber auch zum Film bietet der Beitrag von Prof. Dr. Barbara Stambolis in dem kürzlich erschienenen Archivjahrbuch "Jugend im Fokus von Film und Fotografie" ...

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"Wir kommen wieder" - so lautete das Resümee von Prof. Dr. Werner Mezger nach einer dreitägigen wissenschaftlichen Konferenz, die die "Kommission für deutsche und osteuropäische Volkskunde" (Freiburg) in Zusammenarbeit mit dem Archiv der deutschen Jugendbewegung veranstaltet hatte. Nicht nur die Qualität der Fachvorträge über die Ausprägungen der Jugendbewegung im östlichen Europa hatte die etwa 30 TeilnehmerInnen begeistert, sondern auch die konzentrierte Atmosphäre in der abseits von urbanem Trubel gelegenen Burg, das gute Essen aus der Burgküche und die perfekte Organisation durch das Team des Archivs. Aus Sicht des Archivs erwiesen sich die internationale Zusammensetzung der ReferentInnen und der multiperspektivische Blick auf "Jugendkulturen" und "Jugendbewegung" im 20. Jahrhundert als besonders reizvoll.

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Die Geschichte der Jugendburg Ludwigstein stand lange Zeit im Schatten der allgemeinen Jugendbewegungsgeschichte. Das hat sich inzwischen geändert, wie das Archivjahrbuch zum 600-jährigen Burgjubiläum eindrucksvoll dokumentiert. Im Mittelpunkt weiterer Forschungen wird nicht zuletzt die Geschichte des Ludwigsteins nach 1945 stehen. Insofern stellt das Erschließungsprojekt zum Archivbestand A 211 "Jugendburg Ludwigstein" einen wichtigen Baustein dar, um künftig noch mehr Archivquellen auswerten zu können. Der Literaturhistoriker Dr. Malte Lorenzen (Burg bei Magdeburg) hat inzwischen rund 200 Akten in der Online-Datenbank katalogisiert. Er sieht eine Fülle möglicher Forschungsthemen, von der Organisation des Herbergsbetriebs bis hin zu den politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein.

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Nicht nur Vorträge und Diskussionen - die Archivtagungen auf Burg Ludwigstein leben auch von der engen Verzahnung mit dem Archivgut in den Regalen und Magazinen des Burgarchivs. Dieser Zusammenhang kommt besonders in den thematischen Sonderausstellungen zum Ausdruck, für die besondere Schätze hervorgeholt, in Vitrinen dargeboten und mit Informationen erläutert werden. In diesem Jahr stellt sich der Marburger Kulturwissenschaftler Felix Linzner M. A. der Aufgabe. Das Tagungsthema (21. - 23.10.2016) "Avantgarden der Biopolitik" setzt er unter der Überschrift "Gegen Sumpf und Fäulnis - leuchtender Menschheitsmorgen" mit Exponaten und Ausstellungspostern um. Sein Ausgangspunkt sind biologistische Konzeptionen der Lebensreform und ihre Schnittmengen in der Jugendbewegung, die sich in Kunst, Philosophie und Alltagspraxis niederschlugen. Die Eröffnung, zu der herzlich eingeladen wird, findet am 21.10.2016 um 20.30 Uhr im Meißnersaal statt.

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"Wie eine große Familie", dachte Britta Klein, als sie im Internet die "Ludwigsteiner Blätter" durchstöberte, um sich ein Bild vom Miteinander auf der Burg zu machen. Die 19-jährige Abiturientin aus Holzdorf (Schwansen) war auf der Suche nach einer sinnvollen Betätigung, die sie ihrem Berufswunsch "Archivarin" näher bringen würde. Da kam der Bundesfreiwilligendienst im Archiv der deutschen Jugendbewegung gerade recht - ein Angebot, das genau zu ihren Vorstellungen passt und so nur selten zu finden ist. Grund genug, die Heimat zunächst für ein Jahr zu verlassen und sich schon mal gründlich mit Akten und Nachlässen, Archivkartons und Datenbanken vertraut zu machen - eine gute Entscheidung!

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Mitten in den Sommerferien überraschte der Nachfahre einer Kasseler Familie mit jugendbewegten Wurzeln die Archivmitarbeiterin Birgit Richter: eine Truhe mit zahlreichen Handschriften und grafischen Blättern sowie Büste und Öl-Porträt von Luise Danker (1889 - 1926), Künstlerin und Gründungsmitglied der Wandervogel-Mädchengruppe in Kassel, wurden dem Archiv übereignet. Die im Archiv bereits bestehende grafische Sammlung von Danker erfährt durch die persönlichen Unterlagen, auch aus der weiteren Familie, eine wertvolle Ergänzung (AdJb, N 209). Einem breiten Publikum wird Luise Danker im Hessischen Landesmuseum Kassel begegnen, das Ende November 2016 nach langjähriger Renovierung wieder eröffnet wird. Ein Bett aus ihrem Besitz hat das AdJb daher nicht selbst übernommen, sondern dem Landesmuseum übergeben.

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Die Ausstellung "Bergleuts Kinder" im Bergbaumuseum Rammelsberg in Goslar war das Ziel eines Betriebsausflugs, den die MitarbeiterInnen des Archivs der deutschen Jugendbewegung unternahmen. Ein Aspekt darin ist der Tourismus, zieht der Harz als Ziel für Wandern und Naturerleben doch seit langem Familien mit Kindern, Schulklassen sowie Gruppen der Jugendbewegung an. Fotoalben und Fahrtenberichte aus dem Ludwigsteiner Archiv sind daher im Rammelsberg-Museum zu sehen. Der Besuch wurde mit einer Besichtigung des Roeder-Stollens abgerundet und zur Verabschiedung des Bundesfreiwilligen Valentin Reich genutzt, der nach einem Jahr auf dem Ludwigstein im September eine Archivausbildung in Schwäbisch Hall beginnt.

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Eine Gruppe russisch-orthodoxer Pfadfinder aus Moskau und der ostfriesische BdP-Stamm "Sturmvogel" pflegten in den 1990er-Jahren eine intensive Freundschaft mit mehrfachen wechselseitigen Besuchen - der Samowar, ein Gastgeschenk, erinnert heute daran. Dieses Erinnerungsstück kam nun zusammen mit weiteren Objekten, die zuvor in der Pfadfinderbildungsstätte Weser-Ems gehütet worden waren, in das Archiv der deutschen Jugendbewegung. Archivwürdig sind diese Fahnen, Textilien und kunsthandwerklichen Erzeugnisse, weil sie - als Ergänzung zu den schriftlichen Unterlagen - in exemplarischer Weise einen guten Eindruck von den internationalen Verbindungen, der weltweiten Freundschaftspflege und der Jugendarbeit der Pfadfindergruppen vermitteln.

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Die Fotos des Wandervogel-Fotografen Julius Groß erfreuen sich großer Beliebtheit - besonders seitdem 44.500 von ihnen digital und komplett erschlossen in der Datenbank des Archivs der deutschen Jugendbewegung vorliegen. Nun wurde der vielfach geäußerte Wunsch nach einer besserer Recherchierbarkeit dieser Bilder erfüllt: Eine neue Seite auf der Homepage des Archivs bietet als Portal zum Bildbestand einen direkten Zugriff auf die Digitalisate. Wie man es von reinen Bild-Datenbanken gewohnt ist, werden die Rechercheergebnisse per Bild angezeigt. Zugleich sind die Bilder mit allen Inhalts- und Kontext-Informationen der großen Datenbank Arcinsys verknüpft. Damit bietet diese innovative Bild-Datenbank, die in Zusammenarbeit mit der Fa. Conrat (Datterode) entwickelte wurde, einen einzigartigen Nutzungskomfort.

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Wilhelm Kotzde-Kottenrodt (1878-1948) engagierte sich als einflussreicher Publizist, Herausgeber, Lehrer und bündischer Führer für völkische Positionen. Die "Adler und Falken", die "Artamanen" und die "Deutsche Falkenschaft" sowie die Zeitschrift "Die Kommenden" gehen auf ihn zurück. Jetzt übergaben seine Enkel einen Teilnachlass im Umfang von 22 Archivkartons an das AdJb (zukünftige Signatur: AdJb, N 207). Das wissenschaftliche Interesse an Kotzdes Schriften ist ungebrochen, geben sie doch detaillierte Auskunft über wichtige ideologische Grundlagen der bündischen Bewegung in der Weimarer Republik.

Foto: Ulf Kottenrodt bringt den geordneten Nachlass seines Großvaters in das Archiv.

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Vor allem die Arbeiten von Fidus, aber auch Fotografien, Textilien oder wertvolle Drucke aus den Beständen des Archivs werden regelmäßig für Ausstellungen angefragt. Die Zusammenarbeit mit großen Museen erfordert viel Sachkenntnis und Sorgfalt, damit die richtigen Objekte gefunden, optimal transportiert und angemessen präsentiert werden. Zur Zeit sind Ausstellungen in Goslar, Münster und Bernried am Starnberger See mit Objekten aus dem Archiv der deutschen Jugendbewegung in Vorbereitung, die demnächst eröffnet werden. Wir empfehlen einen Besuch.

Foto (B. Richter): Der Fotograf A. Schädig von der Fa. Lichtwert (Eschwege) fertigt im Archiv Aufnahmen für den Katalog der Ausstellung "Lebenskunst. Die Brücke und die Lebensreform" im Buchheim Museum an.

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Weiblichkeit und Männlichkeit, rassische Reinheit, Gestaltung des Sexuallebens, Umgang mit dem Körper und den Lebensfunktionen des Menschen - das sind Themen, die seit mehr als hundert Jahren in biopolitischen Diskursen verhandelt werden. Kreise der Jugendbewegung und der mit ihr verbundenen Lebensreform beteiligten sich daran seit Beginn des 20. Jahrhunderts, galt es doch, den Gefährdungen, die von der modernen Lebensweise ausgehen, Alternativen entgegenzusetzen. Am vorletzten Oktoberwochenende bietet die Archivtagung ausführlich Gelegenheit, sich mit diesem komplexen Phänomen, dessen Auswirkungen bis heute reichen, auseinanderzusetzen. In Vorträgen, Diskussionen und einer Ausstellung werden historische Strategien der biologischen "Aufrüstung" enttarnt. Anfragen und Anmeldungen nimmt das Archiv ab sofort entgegen. - Die Abbildung "Unsere Zeit" stammt von Robert Budzinski und ist seinem Buch "Antlitz der Menschheit" (1921, AdJb, K 2 Nr. 170) entnommen.

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Der bundesweite Tag der Archive und das Beräunertreffen auf der Burg fielen zusammen: was lag näher, als an diesem Samstag die Pforten für die Öffentlichkeit zu öffnen und zugleich dem bündischen Publikum, das sich in Scharen für das Wochenende eingefunden hatte, Einblick in "seine" Schatzkammer zu gewähren. Das Archiv mit seinen Fotoausstellungen und dem antiquarischen Angebot war zu besichtigen, zur Mittagszeit gab es eine Archivführung und am Nachmittag fand im Lesesaal ein filmhistorischer Vortrag zu Wandervogel-Großfahrten in den 1950er-Jahren sein Publikum. Inmitten des quirligen bündischen Trubels bot das Archiv so die Gelegenheit zu ruhigen historischen Erkundungsreisen.

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Am Samstag, 5. März 2016, findet unter dem Motto "Mobilität im Wandel" bundesweit der 8. Tag der Archive statt. An diesem Tag ist das Archiv der deutschen Jugendbewegung auf Burg Ludwigstein von 11- 15 Uhr geöffnet. Gezeigt werden die Ausstellungen "Landschaften, Burgen, Flüsse: Eine jugendbewegte Faltbootfahrt auf der Werra (1930)" sowie "Julius Groß (1892 - 1986) - ein jugendbewegter Fotograf". Um 13 Uhr findet eine Führung durch das Archiv und die Ausstellungen statt. Zudem werden antiquarische Bücher der Jugendbewegung in einem Sonderverkauf angeboten. - Am Montag, 7. März 2016, wird in Kassel die "Nordhessische Woche der Archive" eröffnet (17 Uhr, Spohr Museum, Kulturbahnhof Kassel).

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Die "Artamanen" gehörten zum radikal-völkischen Flügel der Jugendbewegung, die mit ihrem besonderen Angebot des "Landdienstes", angesiedelt zwischen Arbeitsdienst, Siedlungsprojekten und bündischer Selbsthilfe, seit 1924 starken Zulauf hatten. Wegen ihrer großen Übereinstimmung mit dem Nationalsozialismus wurden sie 1934 in die Hitlerjugend aufgenommen. - Die Geschichtsarbeit der Ehemaligen um den Archivar Bernhard Just, die sich 1966 - 2001 als "Freundeskreis der Artamanen" organisierten, galt der Sammlung aller noch erhaltenen Quellen, mit dem Ziel, den unpolitischen Charakter der Artamanen nachzuweisen. Der an das Archiv der deutschen Jugendbewegung abgegebene Bestand in einem Umfang von 17 Archivkartons (A 227) ist eng verknüpft mit der kleineren Sammlung "Artamanen" (A 82) und wurde jetzt von B. Richter, Archivfachangestellte im AdJb, vollständig erschlossen. - Das Foto zeigt das Gauamt "Pommern" in Großenhagen im Jahr 1926 (AdJb, A 227, Nr. 7).

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Die Gründung der Jugendburg vor fast hundert Jahren ging von den Wandervögeln der ersten Stunde aus, die mehrheitlich als Soldaten den Ersten Weltkrieg erlebt und glücklich überlebt hatten. Dauerhafter Rückenwind für das Projekt des Gründers und Feldwandervogels Enno Narten kam aus den Reihen seiner Freunde im Altwandervogel Hannover, die sich dafür im Verein "Männertreu" zusammenschlossen und bis in die 1970er Jahre den Burgerhalt unterstützten. Fast 400 Akten mit Organisationsunterlagen, Korrespondenzen und Fotografien des Vereines lagern seit 1978 im Archiv der deutschen Jugendbewegung. Nun hat der Marburger Historiker Dr. Jörn Meyers den gesamten Bestand in der Online-Datenbank ARCINSYS erschlossen und damit für Interessierte zugänglich gemacht. - Das Foto zeigt ein nie realisiertes Modell eines Burganbaus für das Archiv von 1972 mit eigenem Turm "Männertreu" (AdJb, A 238 Nr. 267).

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Die diesjährige Archivtagung wurde von Prof. Dr. Barbara Stambolis, Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats des Archivs der deutschen Jugendbewegung, und Prof. Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums in Münster, organisiert. Unter dem Titel „Zur visuellen Geschichte bewegter Jugend im 20. Jahrhundert“ verfolgten rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom 30.10. bis 01.11.2015 ein vielseitiges Programm, das sich Fragen der Selbst- und Fremdvisualisierung von Jugendbewegung, der Sinnstiftung und Tradierung jugendbewegter Identitäten durch Bilder, der Wirkung visueller Repräsentationen in Geschichte und Gegenwart von Jugendbünden sowie Bildern als historische Quellen für die Jugendgeschichte widmete. Die Ausstellung in den Räumen des Archivs, erarbeitet von den Projektmitarbeitern Marco Rasch M. A. und Maria Daldrup M. A., zeigt noch bis August 2016 die ganze Bandbreite des fotografischen Werks von Julius Groß.

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Über die Jugendbewegung wurde schon viel geschrieben, aber bislang fehlte es an einem Buch zur Geschichte der Jugendburg Ludwigstein selbst. Anlässlich der Burggründung vor 600 Jahren legt das Archiv der deutschen Jugendbewegung nun in seiner Jahrbuch-Reihe einen Band vor, der diese Lücke füllt. Er enthält Fachbeiträge mit Forschungsergebnissen zur Entwicklung und Nutzung der Burg vom 15. bis zum frühen 20. Jahrhundert sowie zur Rolle der Burg Ludwigstein in der Jugendbewegungsgeschichte. Die hochwertige Ausstattung aus dem Verlag V&R Göttingen mit vielen, teils farbigen Abbildungen macht das Buch zu einem schönen Geschenk für Freunde der Burg. Es ist über den Buchhandel zum Preis von 39,99 € zu beziehen.

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Mit einer eigenen Internetseite macht das Archiv der deutschen Jugendbewegung auf seine Angebote aufmerksam. Unter www.archiv-jugendbewegung.de werden alle Informationen rings um die weltweit größte Sammlung zur Geschichte von Wandervogel, Bündischer Jugend, Pfadfindern und Jungenschaften gebündelt. Neben dem Nachrichtenportal "Archivblick" sorgen beispielsweise Tipps zur Nutzung der Bestände, zu Möglichkeiten der Mitarbeit und zu den Produkten der Archivarbeit für mehr Durchblick rings um das AdJb. Über die gemeinsame Leitfarbe "Rot" und viele Fotografien bleibt der Standort des Archivs als Teil der Jugendburg Ludwistein jederzeit erkennbar. Um die Seite möglichst schnell bekannt zu machen, werden Freunde und Partner des AdJb gebeten, entsprechende Links auf ihren Homepages zu setzen.

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Fotografien, Filme und andere Visualisierungen von Jugendbewegung und Jugendkulturen stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Archivtagung, die von Prof. Dr. Barbara Stambolis, der Vorsitzenden des wissenschaftlichen Beirates, in Kooperation mit Prof. Dr. Markus Köster, dem Leiter des LWL-Medienzentrums für Westfalen in Münster, organisiert wird. Innerhalb der Vorträge werden vielfältige Präsentationen des historischen Bildmaterials zur Diskussion über Inszenierungen, Bedeutung, Wirkung und Aussagekraft der Jugend-Bilder anregen. Dabei geht es auch um den Platz einer „Visual History“ innerhalb der Geschichte von Jugendbewegungen und Jugendkulturen. Das ganze Tagungsprogramm findet sich hier. Anmeldungen sind noch bis zum 18.10.2015 möglich.

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Bereits zum dritten Mal hat ein Bundesfreiwilliger im AdJb seinen zwölfmonatigen Dienst begonnen. Valentin Reich kommt aus der Nähe von Ulm und möchte das Jahr auf dem Ludwigstein nutzen, um neue berufliche Erfahrungen zu sammeln und über seinen weiteren Weg Klarheit zu gewinnen. Schon als 14-Jähriger hat er während seiner Schulzeit ein Praktikum im Stadtarchiv seiner Heimatstadt absolviert und die Welt der Akten und Bücher für sich entdeckt. Seine Hauptaufgaben im AdJb bestehen in der Erledigung von Bestellaufträgen der Archivbenutzer und in der Überprüfung des Buchbestandes im Bereich der Musik. Bislang gefällt ihm der Job gut, weil er einen Einblick in den Archivalltag bekommt, kreativ sein kann und alle Aufgaben gut lösbar sind.

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Dank der großzügigen Förderung des Verbandes der Altpfadfindergilden kommt jetzt die Archivarbeit im Bereich der Pfadfinderunterlagen ein gutes Stück voran. Die überbündische Sammlung Zentralarchiv der Pfadfinder” (ZAP) umfasst fast 60 laufende Meter Archivgut, darunter viele wertvolle und einmalige Dokumente zum Beispiel zur Frühgeschichte des Pfadfindens in Deutschland seit 1909. Frauke Schneemann M. A. aus Göttingen, die ihre Masterarbeit zur Pfadfinderbewegung in den 1950er-Jahren verfasst hat, erschließt zur Zeit Unterlagen zum internationalen Pfadfindertum und wird ihre Arbeit am „ZAP” noch bis Herbst fortsetzen. Die Ergebnisse sind unter www.arcinsys.hessen.de unter der Signatur AdJb A 233 zu finden (Foto: „Der Pfadfinder“, Zeitschrift des BDP, 1913, 2. Jg., Nr. 8).

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Ausgehend von dem Jubiläum vor zwei Jahren präsentiert der druckfrisch vorliegende Band eine umfassende Auswahl kommentierter Texte und Bilder zur Geschichte der Meißner-Jubiläen im 20. Jahrhundert.

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Fotografien und Filme formieren Wahrnehmung, transportieren Erinnerung, beeinflussen den Blick auf die Geschichte bewegter Jugend im 20. Jahrhundert.

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Vor siebzig Jahren endeten der Zweite Weltkrieg und die nationalsozialistische Gewaltherrschaft – Kassel lag wie viele deutsche Städte in Trümmern; die Folgen von Diktatur und Zerstörung bestimmten auf lange Zeit den Alltag der Menschen.

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Mit mehr als 400 Exponaten wird derzeit in Frankfurt die Kunstgeschichte der Moderne neu erzählt. Sie nimmt ihren Ausgangspunkt bei Karl Wilhelm Diefenbach. Er war als früher Verfechter eines neuen ganzheitlichen Weltbildes Anhänger von Naturismus, Vegetarismus, Pazifismus, der freien Liebe und Kommunegründer.

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Das hat die Burg Ludwigstein manch anderem mittelalterlichen Gemäuer voraus: Nicht etwa eine herrschaftliche Urkunde, sondern eine Bierrechnung von 1415 nennt erstmals den Namen "ludewygesteyn".

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Zwei sich gegenüberliegende Burgen auf bewaldeter Höhe mit einem Flusstal dazwischen – dieses Bild kann als Inbegriff romantischer Naturwahrnehmung gelten.

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Mit drei Sonderausstellungen wartet das Archiv in diesem Jahr anlässlich des 600-jährigen Burgjubiläums auf. Dazu zählt die Präsentation einer Fotoserie des Berliner Fotografen Julius Groß, entstanden während einer Faltbootfahrt im Sommer 1930 entlang von Werra und Weser zwischen Hörschel und Hannoversch Münden.

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